Linden Methode - Blog 12

Ich traf Elli (32)* vor drei Jahren. Sie litt extrem an einer Angststörung. Der Auslöser dafür war eine wirklich schlimme Beziehung, die schon mehr als 10 Jahre andauerte. Mir wurde bewusst, dass Sie diese Angstproblematik seit ihren frühen 20zigern hatte. Im Gegensatz zu den meisten unserer Klienten, die an „unangebrachter Angst” leiden, war bei Elli definitiv ihr Mann der Auslöser dafür.

Über Jahre hinweg hatte er sie dazu gebracht, sich hilflos, wertlos und unterdrückt zu fühlen. Als sie sich dazu entschloss, eine alleinerziehende Mutter zu werden, war es deshalb kein Wunder, dass sie Probleme mit der Angststörung bekam.

Ich bin kein Therapeut für Beziehungen. Ich würde mich auch niemals selbst für einen halten. Als ich Elli das erste Mal traf, hatte sie sich schon selbst dazu entschlossen, aus ihrer Ehe auszubrechen. Sie hatte sie dazu entschieden, weil sie über Jahre hinweg psychisch und auch körperlich von ihrem Mann abhängig war und nicht zuletzt, weil dieser einen immer stärker werdenden Druck auf sie auswirkte. Letztendlich gab ihr Sohn, dessen Wohl ihr am Herzen lag, den letzten Ausschlag dafür. Ich hatte also über diese Entscheidung keinen Einfluss.

Als wir uns vor drei Jahren das erste Mal trafen, war sie immer noch ängstlich, obwohl dieser immense psychologische Druck weg war. Mir fiel auf, dass sie unter einer Posttraumatischen Stressstörung, Panikattacken und generalisierter Angst litt. Ihre Angst war nun unangebracht, ausgelöst durch ihre akute Selbstschuldzuweisung, dass sie ihre Ehe beendet hatte. Erschwerend dazu kamen noch ihre eigenen Gefühle, sie wäre nichts wert.

Hören Sie zu, was Elli über ihre Geschichte sagt.

Charles

 

„Wenn man sein eigenes Kind von seinem Vater wegnimmt, egal ob Probleme in der Familie sind oder nicht, fühlt man sich einfach nur schuldig. Noch dazu kam, dass ich wusste, dass mein Mann seinen Sohn liebte, dass macht diese Schuld nur noch stärker. Dennoch war ich mir sicher, es war die einzig richtige Entscheidung, die ich treffen konnte. Sie war hart, aber ich musste sie tun. Mit dieser Entscheidung leben zu müssen, war dann noch wesentlich härter für mich, als ich dachte.“

Wie so oft bei Menschen mit einer PTSS, hatte auch Elli das extreme Gefühl, dass sie für diese Entscheidung verantwortlich gemacht werden konnte.

„Ich hatte konstante „Flash-Back“ und jeden Tag Panikattacken. Ich hatte das Gefühl, nichts mehr unter Kontrolle zu haben und das wirkte sich auch auf meine Beziehung mit meinem Sohn aus. Ich hatte ihn nicht nur von seinem Vater weggenommen, ich war auch keine gute Mutter mehr. Deshalb fühlte ich mich nur noch mehr schuldig.“

Die PTSS und die Angst hatten ihre Entscheidungen für ihre Zukunft beeinflusst. Sie war nicht nur nicht in der Lage nach vorne zu schauen und weitere Veränderungen zu machen, sondern auch extrem ängstlich davor wieder zurück zu ihrem alten Leben zurückkehren zu müssen.

„Während der Zeit als ich von meinem Mann getrennt lebte, hatte ich immer wieder das Gefühl, ich müsste zu ihm zurückkehren. Ich stand ständig unter einem enormen Druck. Und ich hatte immer wieder Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, die ich getroffen hatte. Ich hatte immer den Gedanken „ was ist wenn“ und das machte mich immer verrückter. Sie können aber keine Zukunft planen, mit einem Kind, wenn immer dieser „was ist wenn“-Gedanke da ist. Obwohl ich also wusste, dass es notwendig war noch weitere Veränderungen vorzunehmen, war ich starr vor Angst. Wir alle kommen an Kreuzungen, wo wir uns für eine Richtung entscheiden müssen und ich war mir klar, dass ich diese Entscheidungen treffen musste. Nur die Tatsache, den ersten Schritt dafür vorzunehmen, lies mich vor Angst erstarren.“

Elizabeth fing an Medikamente für ihre Angst zunehmen.

„Ich war mit dieser Entscheidung nie glücklich. Aber ich dachte, ich müsste sie treffen, um meine Angst dadurch unter Kontrolle zu bekomen und meinen Sohn behalten zu können. Mir war bewusst, dass ich mir dadurch nur noch mehr Probleme aufhalste, aber dennoch war ich nicht in der Lage damit aufzuhören. Mir war klar, dass ich diese Entscheidung treffen musste, aber ich dachte, ich hätte schon so viel falsch gemacht mit meinen vorangegangenen Entscheidungen, dass ich mit dieser warten wollte, bis ich mich besser und vor allem stärker fühlen würde.“

Ein Therapeut für Beziehungen gab ihr den Rat mit der Linden Methode zu arbeiten.

„Ironischerweise, hatte ich mir die Linden Methode schon zuvor bestellt gehabt. Dennoch war ich noch nicht einmal stark genug, mit dieser anzufangen. Ich sprach mit Charles und obwohl er mir nicht mit meiner Ehe helfen konnte, konnte er mir sehr wohl bezüglich meiner Angst helfen. Endlich konnte ich wieder die Dinge einigermaßen auf die Reihe bekommen.“

Elli begann damit mit der Linden Methode zu arbeiten und sah schon bald die ersten Erfolge.

„Als erstes besserten sich meine Panikattacken, denn mir wurde plötzlich bewusst, was sie ausgelöst hatte und wie ich sie unter Kontrolle bringen konnte. Sie traten immer weniger auf. Als die Angst weniger Einfluss auf meine Leben hatte, war ich wieder in der Lage mich mehr um meine Probleme zu kümmern. Ich konnte wieder für die Zukunft planen. Am Anfang waren es nur Pläne, aber immer mehr war ich in der Lage diese auch durchzuführen. Auch Charles sah, dass ich die richtigen Schritte in die richtige Richtung machte."

Elizabeth sprach mit ihrem Arzt über ein Entzugsprogramm für die Medikamente.

„Ich hatte davor wirklich Angst. Ich war schon abhängig von diesen Tabletten. Aber Charles erklärte mir, dass ich niemals ganz aus dieser Angstspirale herauskommen konnte, wenn ich diese weiterhin einnahm. Deshalb machte ich mit meinem Arzt einen Plan, wie ich sie langsam ausschleichen konnte.“

Nach 6 Monate hatte es Elli geschafft.

„Es war ein enormer Anstoß für mich. Ich hatte die Entscheidung getroffen es zu tun und hatte es vor allem auch durchgezogen. Ich wusste, ich war noch nicht ganz über dem Berg, aber indem ich diese Entscheidung getroffen hatte und weiterhin mit der Linden Methode arbeitete, wurde mir bewusst, dass ich noch weitere Entscheidungen treffen konnte. Ich hatte das Gefühl, wieder zurück ins Leben zu kehren. Zuvor hatte ich Angst, dass nach dem Medikamentenentzug meine Panikattacken wieder schlimmer werden würden, aber indem ich die Linden Methode benutzte, passierte das nie. Ich war nicht nur „Medikamentenfrei“ ich hatte auch keine Panikattacken mehr.“

Elizabeth fing damit an Entscheidungen für sich und ihren Sohn zu treffen.

„Es war nicht leicht, aber ich bekam immer mehr Sicherheit in meine eigenen Entscheidungen und war in der Lage damit umzugehen. Meine Ehe war vorüber, das war uns beiden klar. Ich fing damit an Pläne zu schmieden und ein neues Zuhause für mich und meinen Sohn zu finden. Die Tatsache, dass ich Sachen machen musste, von denen ich mich all die Jahre über gedrückt hatte, machte mir keine Angst mehr. Natürlich hatte ich Zweifel und war ängstlich, aber ich war nicht mehr panisch! Ich hatte meine Finanzen und mein Zuhause unter Kontrolle und baute mir ein neues Leben für mich und meinen Sohn auf. Ich suchte mir einen Job und fing sogar an mich mit einem Mann von der Arbeit zu treffen.“

Elli ist jetzt mit diesem Mann verheiratet. Mittlerweile ist sie auch in der Lage über die letzten zwanzig Jahre zu sprechen.

„Ich war einfach fertig, meine Ehe war zu Ende und ich hatte Angst vor meiner Entscheidung und den Folge daraus. Ich verbrachte Jahre damit zu denken, ich wäre nicht im Stande diese Situation zu meistern, ich fühlte mich wertlos. Als ich dann in der Situation war, als alleine alleinerziehende Mutter mein Leben managen zu müssen, war ich davon überzeugt, ich wäre dazu nicht in der Lage.  Dadurch wurde meine Angst immer schlimmer. Durch die Linden Methode habe ich einen Weg gefunden, damit umzugehen. Mir wurde bewusst, dass ich in der Lage war, mein Leben zu organisieren, meine Medikamente abzusetzen und mich um meinen Sohn zu kümmern. Ich wäre nicht so weit gekommen, ohne Charles. Ich wäre immer noch an dem Punkt, Angst vor meinen Entscheidungen zu haben und meinen Kopf in den Sand zu stecken. Alles, was ich über die Methode sagen kann ist, dass sie wirklich hilft!

*Name geändert